Lomi Lomi Nui

Die Königin unter den Massagen

Wer schon ein­mal in den Ge­nuss ei­ner ech­ten Tem­pel­mas­sage ge­kom­men ist, ver­steht schnell, dass es sich hier­bei nicht um eine tro­pi­sche Well­ness Mas­sage han­delt, son­dern um echte Körperarbeit.

Was ist eine Lomi Lomi Nui Massage und was macht sie besonders?

Lomi Lomi Nui, kurz Lomi Lomi, ist mehr als eine Mas­sage. Sie ist Kör­per­ar­beit im bes­ten Sinne. Keine an­dere Mas­sage bringt das Äu­ßere des Kör­pers der­art in­ten­siv mit dem In­ne­ren in Ein­klang. Die Mas­sage ist ein Rei­ni­gungs­ri­tual, das von ne­ga­ti­ven En­er­gien befreit.

Ur­sprüng­lich wurde die Lomi Lomi Mas­sage in den al­ten Tem­peln Po­ly­ne­si­ens und Ha­waiis von scha­ma­ni­schen Hei­lern, den Ka­huna, prak­ti­ziert. Sie diente zur Klä­rung, Rei­ni­gung oder Hei­lung von Krank­hei­ten. Sie war aber auch Teil un­ter­schied­li­cher Ri­tuale zum Über­gang in ei­nen neuen Le­bens­ab­schnitt und vor schwie­ri­gen Entscheidungen.

Das Wort “Lomi” be­deu­tet in Ha­waii “kne­ten, rei­ben und drü­cken”. Durch die Ver­dopp­lung des Wor­tes wird die be­son­dere In­ten­si­tät der Mas­sage aus­ge­drückt. Lomi Lomi Nui steht so­mit für ein­zig­ar­ti­ges und gro­ßes (Nui = groß, ein­zig­ar­tig, be­deu­tend und wich­tig) Wohlbehagen.

Wie wirkt die Lomi Lomi Massage?

Ist die En­er­gie im Fluss, ist der Mensch ge­sund. Diese Auf­fas­sung teilt die ha­wai­ia­ni­sche Huna-Tra­di­tion mit der Tra­di­tio­nel­len Chi­ne­si­schen Me­di­zin (TCM) und dem Ayurveda.

Ver­span­nun­gen auf Kör­per­ebene, hem­men den En­er­gie­fluss und brin­gen den Men­schen aus dem Gleich­ge­wicht. Lomi Lomi soll das ver­hin­dern. Da­bei ist Mas­sage aber nur eine Säule die­ser al­ter­na­ti­ven Me­di­zin. Bei schwer­wie­gen­den Er­kran­kun­gen kann sie be­glei­tend ein­ge­setzt werden.

Sie wurde in Tem­peln durch­ge­führt. Die auf­wen­di­gen Ze­re­mo­nien dau­er­ten oft ei­nige Tage. Die Mas­sage war nur ein Aspekt ne­ben ri­tu­el­lem Tanz (Hula) und Me­di­ta­tio­nen. Nach An­sicht der Ka­huna ist der Kör­per der Tem­pel un­se­rer Seele. Des­halb nennt man die Lomi Lomi auch Tempelmassage.

Was muss ich beachten?

Eine in­ten­sive Lomi Lomi Mas­sage dau­ert rund zwei Stun­den und wird im­mer als Ganz­kör­per­mas­sage aus­ge­führt. In vie­len Spas wer­den auch kür­zere Va­ri­an­ten of­fe­riert. Da­bei han­delt es sich aber um reine Wellnessanwendungen.

Lomi Lomi stellt hohe An­sprü­che an den Mas­seur. Be­rüh­rung, Mu­sik und En­er­gie­ar­beit wer­den zu ei­nem en­er­ge­ti­schen Ge­samt­kunst­werk. Es be­darf gro­ßen Ein­füh­lungs­ver­mö­gens und hat mit “Kne­ten” auf der Kör­per­ober­flä­che nichts zu tun.

Es gibt The­ra­peu­ten, die sich auf Lomi Lomi spe­zia­li­siert ha­ben. Sie ha­ben die sie­ben Le­bens­prin­zi­pien der Huna ver­in­ner­licht und las­sen sich wäh­rend der Mas­sage von ih­nen lei­ten. Von sol­chen Mas­seu­ren ist der größte Ef­fekt durch eine sol­che Mas­sage zu erwarten.

Eine Lomi Lomi Mas­sage ist per­fekt für den Abend ge­eig­net, denn nach der Mas­sage soll aus­gie­big ge­ruht wer­den. So ent­fal­tet sie ihre dau­er­hafte Tie­fen­wir­kung am besten.

Die Lomi Lomi wird auch oft vier­hän­dig an­ge­bo­ten. Da­bei ist die Har­mo­nie zwi­schen den bei­den Mas­sa­ge­the­ra­peu­ten das A und O. Sind sie per­fekt auf­ein­an­der ein­ge­spielt, kön­nen die flie­ßen­den Be­we­gun­gen zu ech­ten Mee­res­wo­gen auf dem Kör­per werden.

Hawaii

Für wen ist diese Massageform geeignet und für wen nicht?

Die Kö­ni­gin der Mas­sa­gen will see­li­sches Gleich­ge­wicht er­rei­chen. Sie wirkt über die Haut auf das ve­ge­ta­tive Ner­ven­sys­tem. Als re­gel­mä­ßige An­wen­dung eig­net sie sich des­halb be­son­ders gut für Men­schen, die un­ter fol­gen­den Sym­pto­men leiden:

  • Über­ar­bei­tung und Stress
  • Bur­nout-Syn­drom und Nervosität
  • Schlaf­lo­sig­keit
  • Er­schöp­fungs­zu­stände
  • Kreis­lauf­pro­bleme
  • Ängste und Depressionen

Lomi Lomi ist keine the­ra­peu­ti­sche Mas­sage zur Be­hand­lung von Er­kran­kun­gen am Bewegungsapparat. 

Auch in der Schwan­ger­schaft wird Lomi Lomi nicht emp­foh­len. Die starke Be­las­tung des Bau­ches, die Dauer der Mas­sage und die tief ge­hende Sti­mu­la­tion im un­te­ren Rü­cken ist we­hen­för­dernd und des­halb auch in der Früh­schwan­ger­schaft ab­so­lut zu vermeiden.

Ablauf der Lomi Lomi Nui Massage 

Die Mas­sage ist eng mit ih­rer Um­ge­bung ver­knüpft. Um alle Be­tei­lig­ten in die rich­tige Stim­mung zu ver­set­zen, wer­den die Sinne auf die be­vor­ste­hende Mas­sage vor­be­rei­tet. Der Raum wird ge­wärmt, exo­ti­sche Ge­rü­che und ha­wai­ia­ni­sche Mu­sik oder Ge­sänge be­glei­ten die Massage. 

Der The­ra­peut ver­bin­det sich zu Be­ginn en­er­ge­tisch mit dem Kli­en­ten. Er singt da­für ein ha­wai­ia­ni­sches Heil­ge­bet, manch­mal gibt es so­gar ei­nen kur­zen Tanz. Er er­bit­tet Un­ter­stüt­zung bei der Be­frei­ung des zu Be­han­deln­den von sei­nen Problemen.

We­nig spä­ter be­ginnt der Mas­seur mit groß­flä­chi­gen Be­we­gun­gen den Rü­cken in­ten­siv mit war­mem Öl zu mas­sie­ren. Die Be­we­gun­gen sind flie­ßend, leicht schau­kelnd und fol­gen dem Rhyth­mus der Musik.

Das Be­son­dere: Es kom­men nicht nur die Hände son­dern auch die Un­ter­arme und El­len­bo­gen zum Ein­satz. Die Mas­sage be­ginnt sanft. Nach und nach dringt der Mas­seur in tie­fere Ge­we­be­schich­ten vor und be­freit sie von Ver­span­nun­gen und Blo­cka­den. Auch die Ge­lenke er­fah­ren be­son­dere Be­ach­tung. Sie wer­den durch spe­zi­elle Griffe ge­lo­ckert und gedehnt.

Im Laufe der An­wen­dung schwin­det jeg­li­ches Zeit­ge­fühl, die voll­kom­mene Ent­span­nung stellt sich ein und die sanf­ten Be­rüh­run­gen, die die ein­zel­nen Kör­per­teile mit­ein­an­der ver­bin­den, las­sen ein völ­lig neues, ganz­heit­li­ches Kör­per­ge­fühl entstehen.

Eine echte Lomi Lomi Mas­sage be­ginnt am Rü­cken. Er gilt in der Huna-Tra­di­tion als Ver­bin­dung in die Zu­kunft und muss da­her frei von al­len Ver­span­nun­gen sein. Die Ver­gan­gen­heit mit al­len ihr in­ne­woh­nen­den Er­leb­nis­sen und Ge­füh­len be­fin­det sich auf der Bauch­seite. Auch ihr wid­met sich der Mas­seur aus­führ­lich. Eine ebenso wich­tige Rolle über­nimmt der Schul­ter-Na­cken­be­reich. Hier sit­zen Ak­ti­vi­tät und Kraft zur Um­set­zung von Zielen.

Die Huna ver­wen­den das Öl der Ku­kui-Nuss zur Mas­sage. Im Rest der Welt kommt meist eine Mi­schung aus Man­delöl, Ko­kosöl und Erd­nussöl zum Ein­satz. Auch der Zu­satz an­de­rer äthe­ri­scher Öle kann die Wir­kung verstärken. 

Philosophie und Ursprung 

“Aloha” be­deu­tet ne­ben dem Will­kom­mens- und Ab­schieds­gruß auch, dass ein Er­leb­nis mit­ein­an­der ge­teilt wird, dass so­wohl Zu­nei­gung und Freude ge­mein­sam er­lebt werden.

“Aloha” ist ei­nes von sie­ben Leit­prin­zi­pien im Huna-Scha­ma­nis­mus und liegt auch der Lomi Lomi Nui Mas­sage zu­grunde. Wie alt diese Tra­di­tio­nen sind, ist nicht be­kannt. Aber erst Ende des 20. Jahr­hun­derts wurde die Lomi-Mas­sage in Eu­ropa be­kannt. Dort fin­det sie, wie auch in Ame­rika, Ja­pan und Aus­tra­lien, im­mer mehr Anhänger.

Gra­tis Merk­blatt für Masseure

Die 7 Huna Prinzipien

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